Spartricks Geschäft / Einkaufen
Inhaltsverzeichnis
6.1 Außenwerbung
Um die Aufmerksamkeit der Kundschaft zu erregen, wird
elektrischer Strom zum Animateur ständigen Geblinkes, Geblitzes und permanenter
Bewegung.
Diese Dauerberieselung stumpft ab.
Fahnen, Banner oder Drehtafeln
schaffen eine Alternative.
Vorteile windbetriebener Werbung:
- 100%ige Nutzung der Windenergie, 0% CO2-Ausstoß
- Durch wechselnde Winde und Windstärken ändert
sich das Erscheinungsbild der Werbung beständig, einer Abstumpfung wird
vorgebeugt.
6.2 Ladentüren
Geschäfte zeigen sich gern als offenes Haus zum
ungehinderten Einkaufsbummel.
Türen sind da nur im Weg.
Insbesondere im Winter
läuft dann die Klimaanlage heiß, um den Kälteeinbruch vor die Tür zu weisen.
Würde jemand privat so zu Hause verfahren, müsste er sich den Spruch „wer nach
allen Seiten offen ist, kann nicht ganz dicht sein“ gefallen lassen.
Vorteile geschlossener Türen im Winter:
- Wärme und Kälte bleiben auf der richtigen Seite
der Tür.
- Die Heizungs- und Klimaanlage arbeitet weniger
aufwändig.
- Lüftungsgebläse rauschen leiser.
- Einsparung von Energie und CO2-Ausstoß.
- Kavaliere können endlich wieder Türen aufhalten.
- Förderung des menschlichen Umgangstons durch
Danksagung an den Kavalier.
- Stimulierung der Brust- und Armmuskulatur beim
Türöffnen.
6.3 Fahrstuhl
Fahrstühle sind vor allem als Lastenaufzüge eine
segensreiche Erfindung.
Doch manche Nutzer scheinen sich selbst als Last zu
empfinden.
Zwei bis drei Stockwerke sollte man seinem Körper schon zutrauen,
oder erstmal mit ein paar Stufen wieder anfangen.
Vorteile Treppensteigen:
- Das meist längere Warten auf den Fahrstuhl
entfällt.
- Die Bandscheiben fühlen sich infolge der
Bewegung so wohl, dass sie nicht nach extra Rückenschulung verlangen.
- Herz und Kreislauf werden munter.
- Kein peinliches Schweigen und Weggucken im
Fahrstuhl.
- Kein Inhalieren unangenehmer Gerüche in engen
Räumen.
- Sie kennen das Treppenhaus und haben die
Fitness, um im Brandfall schneller nach draußen zu gelangen.
- Vermeidung von Stromverbrauch und CO2-Ausstoß.
6.4 Rolltreppe
Die Überlegungen zur Rolltreppe sind analog zum
Fahrstuhl, insbesondere, wenn sie sich nur auf Anforderung bewegt.
Läuft sie
jedoch endlos oder sind Sie gerade mit dem Kegelclub unterwegs, dann benutzen
Sie die Rolltreppe auch ohne schlechtes Gewissen,
weil so der ohnehin fällige
Stromverbrauch und CO2-Ausstoß effektiver genutzt wird.
Rolltreppenbetreiber sollten zumindest einen Betrieb nur
auf Anforderung installieren und Endlosläufe vermeiden.
Verschleiß und
Betriebskostennehmen ab.
Vorteile Treppensteigen:
- Sie sind schneller am Schnäppchenstand.
- Körperliche Fitness leitet Sie beschwingt durch
den Alltag.
- Weitere Vorteile s. Fahrstuhl.
6.5 Kühltruhen
Niemand benutzt zuhause einen türlosen Kühlschrank.
Es
wäre schon viel Energie gespart, würden im Laden alle Kühltruhen mit Sichttüren
versehen werden.
Die aufwändige Kühl- und Lüftungstechnik führt zu vermeidbarem
CO2-Ausstoß.
Der Verbraucher kann daran wenig ändern.
Sein Beitrag
besteht darin, die vorhandenen Sichttüren und Schiebefenster mit Verstand zu
bedienen.
Ein langes Suchen, Befühlen, Auswählen der Ware bei geöffneter
Kühltruhe sollte tabu sein.
Vorteile schnellen Öffnens und Schließens der Kühltruhe:
- Stimulierung des Gehirns zur schnellen
Entscheidung: „Welche Ware will ich?“
- Vermeidung allzu großen Wärmeeinbruchs in die
Kühltruhe.
- Der Job der Kältemaschine ist weniger
anstrengend, sie belohnt Sie mit geringerem Stromverbrauch und CO2-Ausstoß.
6.6 Einkaufstüten
Jedes Geschäft möchte aus Werbegründen seine eigenen
Einkaufstüten befüllen.
Selbst innerhalb des gleichen Kaufhauses bekommt man an
jeder Kasse eine neue Tüte, obwohl die vorherige noch gar nicht gefüllt ist.
Wir waren da schon mal weiter. In den 1980er Jahren brachte man seine eigenen
Taschen mit.
Es gilt wieder, das Gehirn einzuschalten und den Mund aufzumachen:
„Nein danke, ich brauche keine Tüte.“
Mehr Aufwand haben Sie nicht.
Vorteile weniger Einkaufstüten:
- Das wissen Sie doch selbst, oder?
- Finden Sie nachfolgend bei 6.7 Verpackungstüten
6.7 Verpackungstüten
Schauen Sie sich wahlweise Bananen, Parfüm oder eine
Druckerpatrone einmal genau an.
Sie werden (überrascht?) feststellen, diese
sind bereits durch Schale, Schachtel oder Plastikhülle gut verpackt.
So können
sie auch in den Einkaufwagen oder –korb gelegt werden.
Oder
Sie nehmen die Tüte vom letzten Tomateneinkauf wieder mit und füllen
Sie erneut mit Gemüse. Der alte Preisausdruck wird einfach überklebt.
Dies gilt für viele
Einkaufsartikel, warum also noch eine extra Verpackungstüte?
Und muss ein Dreirad noch unbedingt in eine kaum passende
Tüte?
Vorteile des Tütenverzichts:
- Sie müssen seltener zum Mülleimer laufen, um
diese zu entsorgen.
- Sie lernen, auch mal „Nein“ zu sagen.
- Sie beleben die Kommunikation an der Kasse.
- Sie fühlen sich stolz, gegen den Strom zu
schwimmen.
- Weniger Müll, auch in den Ozeanen.
- Leckerer Fisch schmeckt nach Fisch und nicht nach Plastik.
- Reduktion von Material- und Energieeinsatz und
damit von CO2-Ausstoß.
6.8 Nachfüllpackungen
Für viele Dinge wie Gewürze, Reinigungsmittel, Shampoo, Druckertinte usw. gibt
es Nachfüllpackungen. Diese sind bei gleicher Inhaltsmenge aufgrund der
einfacheren Verpackung meist auch noch leichter (z.B. erster Einkauf
Gewürzstreuer aus Glas, dann Nachfüllpack aus Kunststofffolie).
Vorteile Nachfüllpackung:
- Ihr Rückgrat richtet sich auf, da Sie weniger zu
schleppen haben.
- In der Regel billiger.
- Reduktion von Material- und Energieeinsatz und
damit von CO2-Ausstoß.
6.9 Miniverpackungen
Besonders im Süßigkeitensektor stellt man immer wieder
fest, dass die Süßigkeit in einer kleinen Verpackung steckt, die sich wiederum
in der Großverpackung befindet.
Werbetechnisch wirkt dies niedlich, appetitlich
und hygienisch.
Die doppelte Verpackung ist jedoch ein wahres Hindernis für
alle schnellen Naschkatzen.
Oft gibt es im Regal nebenan das Produkt auch ohne extra
Umhüllung direkt im Großbeutel verpackt.
Das Gehirn muss nur die Augen
schwenken lassen und die Hand zum überlegten Zugreifen dirigieren.
Vorteile Einfachverpackung im Großbeutel:
- Das Objekt der Begierde ist schneller erreicht,
da nur eine Verpackung zu öffnen ist.
- Großverpackungen sorgen für eine längere
Verweilzeit Ihrer Münzen im Geldbeutel, da sie meist preiswerter sind.
- Es fällt weniger Verpackung an, die unter
Energieaufwand hergestellt, transportiert und entsorgt werden muss.
- Für die so erreichte CO2-Reduktion dürfen
Sie sich ein Bonbon extra genehmigen.
6.10 Regionale Produkte
Dass Produkte aus der näheren Umgebung nur kurze Strecken
transportiert werden müssen, macht es einfach, hier Energie zu sparen.
Im
Zweifel achten Sie einfach auf die Herkunftsetiketten.
Auf Molkereiprodukten
finden Sie z.B. ein Oval, darin die Abkürzung des jeweiligen Bundeslands, aus
dem das Produkt stammt.
Vorteile regionale Produkte:
- Sie tragen zur Entlastung der Straßen bei.
Dieses soziale Verhalten ist ein erhebendes Gefühl.
- Die deutsche Sau freut sich, nicht nach Parma zu
müssen.
- Sie sparen Einkaufszeit (und Stress) durch
gezielte Wahl des regionalen Produkts.
- Angesichts eines übervollen Supermarktregals
überlassen Sie die Qual der Wahl anderen.
- Ihr Gaumen genießt umso mehr die ausnahmsweise eingekauften
verbotenen Früchte.
- Ein Gang über den Wochenmarkt fördert
Kommunikation und Vitalität.
- Insbesondere bei Gemüse und Obst dürfen Sie
frischere Ware erwarten.
- Sie leben im Einklang mit der Natur und lernen
wieder, dass Erdbeeren im Winter eigentlich nicht zu haben sind.
- Reduktion des CO2-Ausstoßes durch
Vermeidung von Transporten und Staus.
6.11 Tiefkühlkost
Tiefkühlkost ist eine praktische Angelegenheit, um
kurzfristig Sättigendes auf den Tisch zu bringen.
Doch nicht nur die Herstellung
auch die Konservierung benötigt eine Menge (Kühl-)energie.
Auch hier gilt mal
wieder: weniger ist mehr.
Aufwand bei direkter Essenszubereitung
hoher Energiebedarf und CO2-Ausstoß mit Tiefkühlkost 
Vorteile Vermeidung von Tiefkühlkost:
- Frische Lebensmittel sind in der Regel gesünder
und vitaminreicher.
- Stärkung der Kreativität durch individuelle
Menüzusammenstellung.
- Sie bekommen Lob für Ihre gutschmeckende
selbstgekochte Mahlzeit.
- Sie können so jede Person Ihrer Wahl verführen,
denn Liebe geht durch den Magen.
- Die direkte Essenszubereitung mit anschließendem
Verzehr erspart den Einfrierprozess und damit Energie und CO2-Ausstoß.
6.12 Lebensmittelüberfluss
Aktuelle Umfragen und Statistiken besagen, dass im
Durchschnitt jeder Verbraucher jährlich 115 kg Lebensmittel wegwirft.
Dabei
werden in der Herstellung pro kg Gemüse 150 g CO2 emittiert, pro kg
Obst 450 g CO2 oder pro kg Schweinefleisch 1870 g CO2.
Eine gigantische Verschwendung von Produktionsenergien
und ein höchst ineffizienter Weg des Energie- und Ressourceneinsatzes.
Doch
kann dies jeder ohne großen Aufwand vermeiden.
Trauen Sie Ihren Sinnesorganen.
Augen, Zunge
und Nase sind dafür gemacht, Sie vor Gefahren zu warnen.
Das
Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet nicht, dass die Ware danach sofort schlecht
ist.
Vorausgesetzt, sie wurde zuvor sachgerecht aufbewahrt.
Sehen, schmecken
und schnuppern Sie, bevor Sie das Produkt wegwerfen.
Geben Ihre Sinnesorgane
Entwarnung, dürfen Sie das Lebensmittel noch verspeisen.
Vorteile Eindämmung des Lebensmittelüberflusses:
- Es gibt seltener Streit, wer den Biomüll
rausbringen muss.
- Ihre Fantasie wird angeregt, aus den Resten noch
etwas zu machen (wie wär´s z.B. mit Bruschetta aus hartgewordenem Baguette?).
- Sie werfen kein Geld in die Biotonne. (Was
kosten 115 kg Lebensmittel bei Ihnen?)
- Die Vermeidung des Transports, der Lagerung und
Entsorgung überflüssiger Lebensmittel spart Energie und damit CO2-Ausstoß.
6.13 Dauerwerbesendung im Laden
Jeder kennt diese im Regal versteckten Monitore, die
ununterbrochen die Vorzüge der Creme, des Wischlappens oder des Werkzeugs anpreisen.
Kaum einer schaut hin.
Ein Bewegungsmelder könnte statt des Dauerlaufs die
Bilderflut aktivieren und stoppen, so dass zumindest nur dann Energie
eingesetzt wird, wenn vermutlich ein Kunde in der Nähe ist.
Vorteile unterbrochener Werbesendungen:
- Personal und Kundschaft werden nicht irre an der
Dauerberieselung.
- Ihr Beitrag zur Reduzierung der Krankheitstage.
- Der Kunde blickt in die strahlenden Augen der
hübschen Verkäuferin, statt in ein Migränegesicht – und kommt gerne wieder.
- Sie stellen fest, dass Sie die Monitore nicht
mehr brauchen, weil sich die Kunden die Produktvorzüge am liebsten von der
hübschen Verkäuferin erklären lassen.
- Effizientere Nutzung der Energie.
- Bessere CO2-Bilanz.
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6.14 Shoppen im Internet
Shoppen im Internet ist eine fantastische Sache. Manche Produkte sind auch nur dort erhältlich.
Doch auch hier gelingt eine CO2-Einsparung ganz leicht, indem nur das bestellt wird, was wirklich gebraucht wird.
Dann müssen nicht zig Kleider, Schuhe etc. zurückgeschickt werden.
Vorteile gezielten Shoppens:
- weniger Stau , da weniger LKWs die Ware zurückbringen müssen.
- Kein Geschleppe der Ware zum Postschalter.
- Einsparung von Energie und CO2-Ausstoß.